Kagi, die Suchmaschine mit Effizienzfaktor

Kagi, die Suchmaschine mit Effizienzfaktor

Kann sich jemand vorstellen, man sucht etwas, gibt den Begriff ein und einen Wimpernschlag später liegt ein Ergebnis vor: Ohne SEO-Krawall in den Überschriften, keine gesponserten Links, keine faulen Ergebnisse seitens Google, sondern das, was für den Suchenden zählt: inhaltliche Vollwertkost. Gibt es, „Made by Kagi“.

Kagi ist eine bezahlte, werbefreie Suchmaschine. Sie wird entwickelt von Kagi Inc., einem Unternehmen mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien. Dort scheint fast immer die Sonne. Und ein paar Sonnenstrahlen gibt es auch für uns im fernen Europa. Kagi erfordert allerdings, dass der Nutzer/die Nutzerinnen und andere sich anmelden und ein Konto führen. Jetzt ist hier kein „Oh Gott“-Ausruf, „noch ein Datensammler“ angebracht, sondern es ergibt durchaus Sinn, für diverse Einstellungen, die den Aufenthalt auf der Suchmaschine so angenehm wie möglich gestalten. Und auch wenn die Cookies mit den Einstellungen, die bei anderen Suchmaschinen gesetzt, beim Aufräumen gelöscht werden, einloggen, gewohnt weiterarbeiten. Das ist der Vorteil eines Kontos.

Metasuchmaschine mit eigenen Indizes

Kagi funktioniert als Metasuchmaschine mit anonymisiertem Zugriff auf Drittanbieter-Indizes (u. a. Google), hat aber auch eigene Indizes für Websites und Nachrichten. Und dafür ist auch das Konto. Man kann seine Suche spezialisieren – die Welt besteht nicht nur aus den Big 5 + TikTok. So kann man diverse Örtlichkeiten, genannt Linsen, an- und abwählen. Da wäre das Fediverse, Usenet, die Foren, Dokumente, PDFs und andere. Die Suchergebnisse können mit den sichtbaren Widgets (Ergebnisse) angepasst, einzelne Kategorien an- und abgewählt werden. Beispiele:

  • Eingebettete Bilder
    Ob Bilder in den Suchergebnissen eingebettet angezeigt werden oder nicht.
  • Eingebettete Videos
    Ob Videos in die Suchergebnisse eingebettet angezeigt werden oder nicht.
  • Eingebettete Nachrichten
    Ob Nachrichten in die Suchergebnisse eingebettet angezeigt werden oder nicht.

Man könnte z.B. eingebettete Videos ausknipsen, da gefühlte 90 % sich auf YouTube befinden, dort der große Umbruch stattfindet – noch mehr Werbung und ganze dicke Daumenschrauben gegen AdBlock-Nutzer. Der Tag nicht mehr fern, wo Bücher wieder den Alltag bestimmen, das Kino im Kopf entsteht. ;-)

Es ist auf Kagi jedenfalls angenehm zu verweilen, seine Suchanfragen dem Unternehmen mit der Gewissheit übergeben zu können, da kommt was bei herum. Man ist nicht beim Anblick der SEO-Überschriften, wie auf Google, geneigt, das Notebook zuzuklappen. No Future, ich setz’ mich auf die Maamauer und schau auf die anner Seit’.

Ich habe gestern WordPress für den ANDERSraum bearbeitet, Firefox mit Startpage benutzt … ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich hatte es schon mal erwähnt:

„Die ersten 100 Seiten waren langweilig, die zweiten auch, und dann habe ich Lust verloren.“ (frei nach Marvin)

per Anhalter durch die Galaxis

Das Abomodell in Kagi

Kagi-Abo

Kagi erfordert ein monatliches Abonnement. 100 Suchanfragen sind für Freidenker:innen für den Anfang, den Test, frei. Das ist nicht viel, allerdings mehr als nichts. So kann man schauen, ob man ein Bündnis eingehen will. Es sei noch angemerkt, hier kommen Suchergebnisse zutage, die man auf Google nie finden würde, will man nicht dort seinen Lebensabend verbringen.

300 Anfragen habe ich derzeit im Abo. Mal schauen, wie weit ich damit komme. Momentan reicht es gerade so. Immerhin sind zwei Rechner, ein iPad und beide Smartphones mit Kagi als Standardsuchmaschine eingestellt. Letztere benutze ich weniger, um suchend zu surfen, auch nicht, um Google zu fragen, was die Regenbogenfarben bedeuten, wenn mich jemand am LGBTIQ-Stand fragt. Meta- und TikTok-Junkies, die neben mir unter dem Regenbogen Schicht schieben, müssen das, wie ich erleben durfte. Und das kleine Stück Wohlfühlfaktor kostet 5 US-Dollar.

Die volle Dröhnung gibt es für 10 US-Dollar und ist für jene, die viel suchen und recherchieren müssen, wie Investigativjournalist:innen und Redakteure. An ihrer Seite wird FastGPT gestellt und eine Summarize-Funktion. Will man den Kagi Assistenten mit an Bord haben, sind dann 25 US-Dollar fällig. Gilt für den Account, nicht für den Rechner. Auf der Arbeit, zu Hause und unterwegs ist der Einsatz möglich.

Da ist noch einiges mehr, was das Handbuch verrät. Interessant ist darüber hinaus die Abteilung:
Kagi gegen alle, gegen Google, gegen DuckDuckGo, gegen Brave. Hier plaudert der Kagi-Blog aus dem Nähkästchen.

Standardsuche in den Browsern

Da nicht alle Browser Kagi in ihrer Auswahl haben, gibt es hier und da Möglichkeiten, dies selbst zu bewerkstelligen. Sowohl über den Chrome-Store, als auch bei Firefox, gibt es eine spezielle Erweiterung. Bei Apple sieht das wieder mal anders aus. Hier kann man, sofern die Auswahl im Browser seiner Wahl besteht, mit einem Kürzel die Suchmaschine hinzufügen:

https://kagi.com/search?q=%s

… oder mit dem Rechtsklick der Maus im Suchfeld der Browser. Dann erscheint „Kagi Search“ hinzufügen.

Das „Bang!“ zum Schluss

Ist man mit dem Suchergebnis nicht sonderlich zufrieden, will in der Nachbarschaft suchen, so gibt es die ganz normale Möglichkeit die andere Suchmaschine in einem anderen Tab aufzurufen oder aber per Bangs diese von Kagi aus anzusteuern. Dazu muss man diese aber zuvor katalogisieren. Funktioniert allerdings nicht so wie bei DuckDuckGo.

Bangs in Kagi
Das Kürzel !w ruft Wikipedia auf

Momentan ist einiges in Bewegung. Ich hoffe, Kagi übersteht die Anfangszeit, kann sich festigen und die monetarisierenden Viren finden Kagi nicht.

Eine längere Testphase ist Kagi jedenfalls wert.

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