Notruf aus dem Wald

Notruf aus dem Wald

Der letzte Grenzgang stand ganz im Zeichen einer App: Hilfe im Wald (Notruf eingeschlossen).

Notruf – Hilfe im Wald
In diesem Fall ist die Ortskenntnis besser als der Blick zum Rettungspunkt

Noch vor gut einem Jahr war diese App für Hessens Waldläufer nicht geeignet, da keine Hilfe-Punkte im weiten Rund auszumachen waren. Das hat sich mittlerweile geändert, dennoch sind uns andere Länder und Regionen weit voraus. Der Anfang ist nun zumindest gemacht. Das bedeutet aber u.a. auch, daß wenn man sich auf diese App verläßt, man u.U. dann verlassen ist.

Da die Rücksichtslosigkeit des städtischen Straßenverkehrs von den Radfahrern in den Stadtwald hineingetragen wird, sind (beinah)-Unfälle fast alltäglich und der harte Crash nicht von der Hand zu weisen. Aber auch die eigene Schusseligkeit kann dazu führen, daß man nicht mehr wie gewohnt des Weges weiterziehen kann. In diesem Fall soll die App „Hilfe im Wald“ Hilfe herbeiholen können, ohne das man sich in der Ortsbeschreibung verheddert, die die Helfer dann vor einem Problem stellen.

Die (Notruf)-Hilfe im Wald

Das Problem für die Helfer beginnt mit der Antwort auf die Frage: Wo sind sie dann? Mit einer Straßenbezeichnung in Form von „Ecke Stresemannallee/Gartenstraße“ kann man in Feld, Wald und Flur nicht dienen. Nun kommen die Rettungspunkte ins Spiel, die von Ländern und Gemeinden gesetzt und in der App aufgelistet werden. In unserem Beispiel wäre der Rettungspunkt F-1 jener, der ganz nah und Hilfe verspricht. Unter F-1 verbirgt sich laut Info der App das Betriebsgelände der „Fö.I“. Ich habe davon noch nie gehört, obwohl ich da ständig unterwegs bin.

Auf den ersten Blick würde ich die Helfer zum Waldspielpark Scheerwald oder Sportplatz der Spvgg. Oberrad 05 lotsen, da dieser „Rettungspunkt“ für mich als Hilfesuchender näher liegt, auch für die Helfer gut zugänglich ist. Hier zeigt sich der Vorteil der Ortskenntnis. Im zweiten Fall bin ich von Heusenstamm nach Offenbach gelaufen, bis hinter der Autobahn an der Landstraße entlang, dann quer durch den Wald in Richtung Rosenhöhe. Dort passierte es dann im Kopf:

Nicht auf dem Weg geblieben, im Unterholz gestürzt (wäre nicht das erste Mal 😉 ), kann nun nicht mehr mit dem einen Bein richtig auftreten.

Hilfe im Wald
Die Rettungspunkte sind bis auf den einen, Frankfurter Rettungspunkte. Offenbach muss da nachlegen …

Die App erzählte mir, dass die Rettungspunkte gar arg weit weg liegen. Aber nur 200 m vor mir war eine Straße auszumachen … Und auch hier zeigt sich der Vorteil der Ortskenntnis. Die Wegbeschreibung für die Helfer wird jetzt ein wenig haarig:
Dietzenbacher Straße, Richtung Heusenstamm, 200 Meter hinter der Linkskurve vor der Müllverbrennungsanlage linke Hand in den Waldweg rein … oder dann doch besser die Koordinaten des Standpunktes über GPS angeben, den Notruf auf diese Art absetzen.

Es ist schon gut, dass es die „Hilfe im Wald“ gibt. Und wenn die Rettungspunkte ausgebaut werden, dann dürfte die App auch für einfache Wandersleute ein Gewinn sein. Voraussetzung allerdings ist:
– Gutes Wetter, freier Himmel (für GPS u. a.)
– Internet (sonst kein genauer Notruf)

Ist der Empfang des Internets nicht gut, wird es auch nichts mit der Hilfe im Wald werden. Sitzt man in einem Funkloch, wird es auch nichts mit dem Notruf. Der Wald ist nicht die Stadt, wo es keine Probleme mit dem Empfang von Daten über das Internet gibt. Auch sollte die Energie des Akku nicht unnütz vergeudet werden, eben einfach ressourcensparend den Wald erkunden. Für Geo-Schatzsucher der Tipp: Etwa 20 % (Notfall-)Energie für den Heimweg lassen.

Möge aber diese App nie zum Einsatz komme, euch ein Notruf erspart bleiben. Euch gute Wege – wohin auch immer.

Weiterführende Links:
KWF erstellt digitale Karte forstlicher Rettungspunkte

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