Das Ende von DVB-T

Das Ende von DVB-T

Was nun ARD und ZDF?

Die Altherrenriege des ÖRR (Öffentlich rechtlicher Rundfunk) hat mit samt Politik mal so eben in einem Handstreich Millionen Euro vernichtet. Die lapidare Begründung: Der Zukunft nicht den Weg verbauen. Aus diesem Grund wandern Millionen DVB-T-Receiver auf den Müll, da mit ihnen hierzulande kein Programm mehr empfangen werden kann, obwohl technisch voll funktionsfähig.

Abgesang auf DVB-T

Aber wie sieht diese Zukunft aus? ARD und ZDF glänzen mit dem Beamtenstadl zur besten Sendezeit. Silbereisen & Co. sind fest angestellt, scheffeln sich „dumm und dusselig“ aus dem Gebührentopf. Die politischen Talkrunden werden von jenen produziert, die sie moderieren. Ob uns diese verquirlte Politsoße gefällt oder nicht, wir können nix daran ändern, müssen diesen Mist über unsere eingezogenen Zwangsgebühren bezahlen. Und niemand ist irgendjemand wirklich Rechenschaft schuldig – hoch bezahlte Narrenfreiheit im Staatsdienst.

Weil nun irgendwer meinte, das Ganze geht noch besser, gibt es ab dem 29. März 2017 DVB-T2 im HD-Format, das uns die Zukunft aus den verschnarchten ÖRR-Palästen in die Wohn- und Schlafzimmer bringt. Der DVB-T2 Ausbau ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen, vieles wird noch hochgerechnet, aber gefeiert wird schon mal. Das Volk muss eben „nur“ einen neuen Receiver kaufen. Eventuell noch eine Antenne. Das Ganze dürfte für manchen Haushalt nicht so einfach zu bewerkstelligen sein, trotz der immensen Mindestlohnerhöhung von 34 Cent. Für die örtlichen Medien gibt es von meiner Seite aus den vergeblichen Denkanstoß als netten Aufhänger für einen Artikel,

Aufbruch: Von der Tafel zum Saturn

falls denn die Zeit und das Vorzeigeviertel „Hafen“ mit der Zukunft „Kaiserlei“ dies zulässt. Aber all dies spielt für die Großkopferden des ÖRR keine Rolle, denn die Rundfunkgebühren muss sowieso jeder bezahlen, der ein Dach über dem Kopf hat – ob reich oder bettelarm, ob mit oder ohne Antenne.

Nun muss man für die Programme der ProSiebenSat.1 Media und der RTL Group S.A. ebenfalls einen Beitrag entrichten. Hat man nämlich keine Lust auf den immerwährenden Beamtenstadl, sehnt sich nach den Millionärsgeschichten auf RTL, sind zusätzlich 69 Euro im Jahr fällig. Das sind in der Summe 280 Euro im Jahr, die für den „Fernsehgenuss“ jetzt fällig werden. Kostenlos ist da gar nix, obwohl hier und da proklamiert.

„Weißes“ Rauschen muss nicht sein …

Auch ich stehe als Verbraucher vor einem kleinen Problem: Wem wende ich mich zu, damit es finanziell tragbar wird und auch bleibt? Die Geschichte DVB-T2 gilt nur für ein Gerät. Mal eben eine Folge „Navy CIS“ im sommerlichen Garten mit dem Tablet, oder dass parallel der Nachwuchs im 1. Stock des Hauses seine Serie schaut, ist nicht. Nur mit Fernsehern der neuen Bauart ist dies möglich (Grundversorgung). Auch unterwegs ist der Fernsehgenuss mit DVB-T2 außen vor. Anders sieht es aus, wenn ich mich den Fernseh-Apps zuwende. Da gibt es Zattoo, Waipu.tv, Magine TV oder auch o2 mit der TV-Spielfilm-App.

Slogan: 50 Sender dauerhaft kostenfrei.

Das ist natürlich Augenwischerei (!), denn fast 30 Sender haben wir schon bezahlt, darunter 10 Regionalprogramme des WDR und drei des NDR, zwei des SWR … Zudem gab es die Auflage von ARD/ZDF keine zusätzlichen Gebühren für die Einspeisung zu erheben. Für das HD-Format muss allerdings noch ein Obolus entrichtet werden. Man muss schon genau hinschauen. Letztendlich sind es 10 – 12 Euro Beitrag im Monat mit HD-Format von ARD/ZDF. Die Privaten SAT 1/RTL gibt es nicht im HD-Format, auch nicht im ausgefeiltesten de luxe-Angebot.

DVB-T2 HD vs. Chromecast

Mit dem „HD-Format“ versucht die Fernsehwelt durch gezieltes Werfen von Nebelkerzen den Verbraucher zu überzeugen, schnell umzusatteln. Obendrein wird durch die HD-Hervorhebung das herkömmliche Format als minderwertig abgestempelt, obwohl mit diesem auch die Werbetrommel gerührt wird. Mit DVB-T – ohne HD – hat sich die Welt auch gedreht. Aber mit DVB-T2 HD wird der Inhalt der Programme nicht besser. Ich kann auf HD locker verzichten, weswegen waipu.tv (ohne Werbung) mit 4,99 Euro (61 Sender ohne HD, ohne Mobilität) an sich das optimale Angebot für mich darstellt. Will ich was scharfes, aufregendes für zwischendurch, für 10 Euro gibt es Netflix oder Maxdome. So bin ich bei 15 Euro im Monat angekommen (20 Euro mit HD). Die mediale Zugabe ist aber bei meinem Fernsehkonsum schon wieder leicht überzogen, aber immer noch günstiger als Kabelgeschichten.

Magine TV über Chromecast
Magine/Waipu-TV über Chromecast auf dem Fernseher

Alle Apps streamen über einen „Vermittler“ zum Fernseher. In meinem Fall ist es Chromecast von Google über den Fernsehanschluss HDMI. Amazon hat Fire TV, Microsoft die X-Box und Apple setzt Apple TV ein.
Es gilt auch zu beachten, dass manche Apps nicht gerade ein Highlight der Programmierkunst darstellen. Diese Widrigkeiten gibt es bei DVB-T2 HD oder Kabel nun nicht. Eben sowenig W-LAN-Ausfälle. waipu.tv ist ein Wackelkandidat, TV-Spielfilm will die o2-App verbessern (noch nicht brauchbar für o2-Kunden), zuverlässig und stabil ist Magine TV. Mit Werbung verseucht hingegen Zattoo.

|| Mindestvoraussetzung für die Übertragung (App Home) Smartphone → Chromecast: Android 4.4.2 ||

Da der Übertragungsweg bei DVB-T2 nichts kostet, ist das Angebot von freenet.tv bedingt besser, denn die Schaltzentralen der Telekommunikation schenken einem kein Traffic. Das HD-Format hat ungefähr den vierfachen Verbrauch des SD-Format (Standard). Das muss man auch im Hinterkopf behalten, wenn man ein begrenztes Volumen zur Verfügung hat.

Das Mischformat

Was man nicht außen vor lassen sollte, ist das Mischformat. Da wäre z. B. freenet.tv kombiniert mit Maxdome/Netflix über Chromecast. 69 Euro oder 60 Euro Jahresbeitrag für die Grundversorgung machen den Bock nicht wirklich fett. Scherereien mit einer App hat man weniger, Verbindungsabbrüche sind ebenfalls nicht an der Tagesordnung und Videotext gibt es obendrauf. Man muss sich auch die Sender anschauen, mit denen trommelnd um die Häuserblöcke gezogen wird. Ben Hur als Highlight zum 20. Mal muss nicht wirklich sein, trotz Wagenrennen in HD. Kann man auf RTL/Sat1 verzichten, ist die Grundversorgung, ohne Mehrkosten, sowohl über einen DVB-T2 HD-Receiver, als auch über die Apps, möglich.

So muss jeder für sich das Beste herausholen, ohne die Kosten zu sprengen, denn der Hinweis des Telekom(Seelen)Verkäufer zu meinem Bekannten im Ringcenter Offenbach gibt zu denken:

Ich zahle 150 Euro monatlich für Fernsehen und Kino. Wir leben nun mal im Jahre 2017.

Verkäufer

Hinweis: Der Browser Chrome hat über den Eintrag „Streamen … Chromecast“ in Kombination mit Apps noch ein paar Highlights gegenüber DVB-T2 HD in der Hinterhand.

Nachtrag: 05.03.2017: Rundfunkbeitrag Widerstand

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