Danke Volker Beck (CSD Frankfurt 2017)

Danke Volker Beck (CSD Frankfurt 2017)

Bunte Vielfalt statt braune Einfalt, so lautete das diesjährige Motto des CSD in Frankfurt. Die Regenbogencommunity wäre aber nicht sie selbst, wenn sie nicht aus sich heraus besondere Anliegen dem Volk unterbreiten würde. So stand vor kurzen sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat die „Ehe für Alle“ zur Abstimmung. Wir wissen um das Ergebnis, wir wissen auch, wer mit Bundeskanzlerin Merkel dagegen war und vor allem wissen wir, wer seit ganz vielen Jahren sich für die Ehe von gleichgeschlechtlichen Partnern starkgemacht hat: Volker Beck. Er setzt für die Sache auch schon mal seine Gesundheit aufs Spiel, geht dahin, wo es wirklich weh tut.

Danke Volker Beck

Volker Beck
Volker Beck in einer Podiumsdiskussion der Heinrich-Böll-Stiftung (Bild: Stephan Röhl)

Ihm galt das große Dankeschön der Frankfurter Regenbogencommunity, was bei vielen Zuschauern mit Begeisterung aufgenommen wurde. Geplant war das nicht, um so größer die Überraschung, als die Jungs mit ihrem Dankesbanner auftauchten. Ich bekomme als fotografierendes Wesen so einiges am Rande des Zuges mit: Gesprächsfetzen über die Thematik, über Volker Beck und Politik.

Es ist genug Ehe für Alle da

Es ist traurig, dass in einem fortschrittlich demokratischen Staat, wie es Deutschland nun mal ist, auf einer Ebene „mittelalterliche“ Zustände herrschen. Und obwohl Kirche und Staat nicht in einer Ehe vereint sind, will das Gepolter der Kirchenfürsten, unterstützt von politischen Kreisen, auf den Fluren der deutschen Geschichte nicht verstummen. Nun soll die Entscheidung der Politik vor das Bundesverfassungsgericht kommen. Politik kann in der Zeit das umsetzen, was der Bundesgerichtshof in Sachen Trans* (SG) ihnen auf den Weg mitgegeben hat.

Die Entscheidung des hohen Gerichts setzt inzwischen in den Schubladen Schimmel an, da anscheinend Trans*-Bürger Bürger dritter Klasse sind. Auch hier ist Volker Beck mit Bündnis 90/Die Grünen in Vergangenheit eine treibende Kraft gewesen, damit wir Trans* unser Recht bekommen. Dass heute vier von sechs Parteien, die die Möglichkeit haben, im Herbst 2017 in den neugewählten Bundestag zu ziehen, sich für die Rechte von Trans*Menschen einsetzen, ist begrüßenswert und, das muss man sagen, Bündnis 90/Die Grünen zu verdanken.

Die Grünen waren schon mit der bunten (sexuellen) Vielfalt unterwegs, da hat die CDU im Beichtstuhl der SPD die Sünden für drei „Vater unser“ abgenommen, weil einer von ihnen mit der Dachlatte alle Grüne vermöbeln wollte

So ändert sich die Welt im Laufe der Zeit. Nur würde ich das gerne noch erleben, denn manche Dinge dauern unendlich lange — nicht wahr liebe SPD?

Bunte Vielfalt statt braune Einfalt

Die Organisatoren von „Demo für alle“ setzen nun auf die CSU, damit diese auf schnellstem Wege, in Sachen „Ehe für alle“, ein Normenkontrollverfahren auf den Weg bringt. Wenn es nach ihren Wünschen geht, dann noch vor der Wahl. Hinzu kommt die Forderung, dem Gender-Wahn und der Sexualisierung der Kinder ein Ende zu setzen. Es sei nur angemerkt, daß ich nicht schuld daran bin, daß Grundschüler mit dem Ausruf „Du schwule Sau“ ihren Mitschüler über den Schulhof jagen. Ich bin auch nicht dafür verantwortlich, wenn Schüler ihre Mitschüler mit Videos über das Smartphone mobben und nachstellen. Die letzten Veröffentlichungen zu diesem Thema erzählen viel mehr als uns diese braune Gesellschaft weismachen kann.

Wahrscheinlich hätten sie es gerne wie in den 1960/70er:
Kinder wegsperren, dumm halten und sexuell missbrauchen.

Kirche, Staat und bürgerliche Gesellschaft waren da nicht zimperlich. Das muss nicht wiederholt werden, denn das System ist grandios gescheitert, hat viele Seelen zerstört. Besser wäre es, die Kinder aufklärend zu begleiten, auch mit dem Smartphone in der Hand. Aufklärung sollte nicht umgekehrt stattfinden. Es ist wichtig, dass sie wissen, wenn der Onkel (der Bruder des Vaters …) so komisch ankommt, was nun angesagt ist und wo sie hinzugehen haben, um Schutz zu bekommen.

Genug der Politik und den Geschichten der freien Liebe – nicht nur beim Trampen im VW-Bus – aus einer anderen Zeit …

Die Kinder unter dem Regenbogen

Hier im Blog widme ich mich mit den Bildern diesmal nicht den Dragqueens und der damit einhergehenden TV-Parade, sondern den Hauptdarstellern, jene treibende Kraft hinter der gesellschaftlichen Akzeptanz. Ein Blick in die Gesichter sagt: An keiner Liebe ist etwas falsch. Ich freue mich jedenfalls für die Jugend, dass sie ihr Leben so leben können, wie ihr Herz sie schubst.

Es wird mit der Masse der Smartphoneknipser nicht einfacher, brauchbare Bilder, so wie ich sie gerne mache, zu bekommen. Der Kampf um das beste Bild, ob mit Smartphone oder Spiegelreflex, hat inzwischen auch die Straße erreicht. Dieser bleibt nicht nur den Show- und Politfotografen vorbehalten. Und so geht es dann auch unter dem Regenbogen zu.

Natürlich habe ich auch wieder geflirtet, das ein und andere Lächeln geschenkt bekommen. Es gab auch die „Free Hugs“-Abteilung, aber mit Rucksack und Foto geht das schlecht (im Ausreden erfinden war ich schon immer gut. ^^


Petplay meets BDSM

CSD 2017
PetPlay & BDSM


Dieses Jahr gibt es kein Cosday-Blogbeitrag, da beide Events auf den gestrigen Samstag (15.07) fielen. Sollte es das nächste Jahr wieder so sein, dann ist der Cosday in Frankfurt dran. Beide Events schaffe ich nicht an einem Tag, bin keine 20 mehr. Als Ersatz gibt es ein klein bisschen Petplay aus der Abteilung sexuelle Vielfalt. Und die Kombinationen BDSM, PetPlay mit Cosplay/LARP hat was! Aber so weit ist diese Community noch nicht. Die sind noch mit Fifty Shades of Grey beschäftigt, überlegen, ob der zweite Teil …

Euch nun eine schöne Zeit bis zum nächsten Beitrag. cu

Nachtrag 18.07.2017: Link zum „Abschlussbericht zu Missbrauchsfällen“ eingepflegt

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