Her mit dem schönen (digitalen) Leben!

Her mit dem schönen (digitalen) Leben!

Es braucht keine neuen Vorsätze für das Jahr 2023, denn die alten behalten ihre Gültigkeit, da praktisch unangetastet. Aus diesem Grund könnte man doch etwas Abwechslung in das triste Leben und in den Stapel guter Vorsätze bringen. Wie wäre es denn, wenn man dem digitalen Ausverkauf der persönlichen Daten mit einem Lächeln morgens entgegentritt und den Mittelfinger den Datengrabscher Meta und Alphabet zeigt?

Digitale Neuausrichtung

Her mit dem schönen (digitalen) Leben! Angekündigt habe ich es schon vor einiger Zeit. Ich werde mich digital neu aufstellen. Das bedeutet auch, dass ich auf einen Teil der Kommunikationsplattformen unterwegs verzichte. Da wäre zum Beispiel Signal. Mit der Gruppenfunktion weiß dort jeder in der Gruppe meine Telefonnummer, gibt sie über gewisse Apps ins Metaverse weiter. Will ich das? Die Macher von Signal erwähnten mal, dass es in naher Zukunft möglich sein soll, einen anderen Weg zu wählen, aber gut Ding braucht Weile. Mittlerweile ist meine jetzige Handynummer verbrannt.

Mit Threema ist es kein Problem, wenn man nicht will. Mit ein wenig Aufwand und ein paar Einschränkungen, kann man mit Telegram ebenso dahin kommen (ID → @X1II_I). Hat allerdings nicht die Qualität einer Threema-Privatsphäre.

Telefonnummern als Sammlerobjekt

Von Doctolib bis zum letzten queeren Sargnagel im Metaverse hat Welt meine Telefonnummer. Und jede:r, die/der halbwegs ein Smartphone bedienen kann, sich die Metakommunikationsapps installiert, gibt sein komplettes Telefonbuch in fremde Hände (Ausnahmen werden hier jetzt nicht aufgeführt). Da wird nicht mal darüber nachgedacht. Aber im privaten Leben wird darauf bestanden, doch vorher nachzufragen, bevor die Telefonnummer auf Wanderschaft geht. Seltsam, aber so geschieht es.

Da liegt es nahe, die alte Nummer bis Ende seiner Tage als Haustelefon zu benutzen. Es erfreut sich dem digitalen Zuspruch aus der Ferne, und dann ist es wie früher: nobody at home. Das hat den Vorteil, dass man wieder mit sich unterwegs ist, sich neu ausrichten kann, dadurch ein neues Lebensgefühl erfährt.

Tools für die Privatsphäre

Digitale Tools
Die „weißen Ritter“ der Privatsphäre

Threema ist der Messenger, der mich unterwegs mit einer anderen Nummer begleitet. Wer Threema sein Eigen nennt, kann über die Threema ID mit mir in Verbindung treten. Alternativ ist da noch die Matrix oder aber warten bis ich zu Hause bin. Wer Meta hofiert, muss diesen Weg dann gehen. Ich gehe da jetzt keine Kompromisse mehr ein.

Das amtliche Smartphone selbst ist ohne Google-Konto. Die Play-Dienste vereiteln hier und da mehr, da die Smartphone-Hersteller mit ihren Apps (Bloatware) auch darauf aufbauen. Da hat Google seine Hausaufgaben mehr als richtig gemacht – der Sicherheit zuliebe. Aber ohne Blokada und anderen Geschichten in dieser Richtung, wäre das Smartphone ein Grab für die Privatsphäre.


Swarm Support

In Sachen Mail dürften mit der Zeit auch alle Zuschriften im neuen Hafen ankommen. Mailbox.org und Tutanota gehören zur Base. Ein paar andere Geschichten muss ich noch aufgreifen und anderen unterbreiten – wie nuudel. Digitalcourage gibt viele Tipps, nicht nur zur digitalen Selbstverteidigung.

Das Smartphone ist Dreh- und Angelpunkt beim Aushorchen. Entsprechend viel Aufwand betreiben Unternehmen, um uns dort zu verfolgen. Weder Apple noch Google sind erpicht darauf, Tracking und Werbung zu unterbinden. Schließlich verdienen sie gut daran – hier zum Beispiel Google und hier Apple. Insbesondere Apple inszeniert sich gern als großer Datenschützer. Allzu viel ist da aber nicht dran.
Wie Sie Werbung und Tracking durch den Browser und durch Apps verhindern oder wenigstens einschränken, zeigen wir für die gängigsten Mobil-Betriebssysteme Android und iOS.

(digitalcourage)

Klick für Klick ins digitale Verderben

Nach eingehender Lektüre stellt sich schon die Frage, warum auch die queere Community alles für ein paar Klicks opfert. Sowohl die eigene als auch der anderen Privatsphäre – letztere ungefragt. Mit Gmail eine transgeschlechtliche Korrespondenz mit einhergehenden Gesundheitsfragen zu führen, ist schon sehr grenzwertig, um es dabei zu belassen. Wie weit geht die Gedankenlosigkeit um die eigene Privatsphäre? Für einen kleinen Euro im Monat wäre in Sachen Datenschutz und Privatsphäre alles auf der haben-Seite. Und Threema ist noch billiger, auch für Gruppen geeignet. Vielleicht mal darüber nachdenken? cu

Digitale Trutzburg
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